Stefan Straubinger

Traditionell bayrisch und avantgartistisch schräg
Bayrischer Spaß ohne Rücksicht auf Vorurteile!

Traditionelle, experimentelle sowie stimmungsvolle und groovige Sounds verarbeitet Stefan Straubinger mit G'schichtln und Wortwitz zu einer eigenwilligen, teils exzessiven Musikperformance. Da drohen der Musikant und seine Instrumente schon mal heißzulaufen!
Inspiriert ist Straubinger von traditioneller bayrischer Musik, Funk, Jazz, Rock, Pop und Tango. Er spielt seine avantgardistische Volks-Musik auf urbayrischen Instrumenten. Der gebürtige Oberbayer reizt dabei diverse Möglichkeiten von Bandoneon, Drehleier und der eigenen Stimme aus.
Leidenschaftlich spielt er dem Publikum aber auch Landler und längst vergessene Tänze aus alten Handschriften auf.

Pressestimmen

Buchheimmuseum am 4. Mai 2014, Stefan Straubinger mit exzessiver Musikperformance in der Hans-Schmitt-Ausstellung

… Für Freunde von mitreißendem Ethno-Pop ist er längst ein Star. Seine exzessive Musikperformance, inspiriert von traditioneller bayrischer Musik, Funk, Jazz, Rock, Pop und Tango, ist für alle ein ganz besonderes Vergnügen. Der Oberbayer reizt die Möglichkeiten seiner Stimme und seiner Instrumente bis aufs Letzte aus. Das Bandoneon des argentinischen Tangos beherrscht er ebenso virtuos wie die Drehleier des ländlichen Mittelalters. Aber auch die Mundharmonika und die Maultrommel weben sich in die Klänge dieses staunenswerten Einmannorchesters ein. Die aus Holzresten zusammengenagelten tragikomischen Holzskulpturen von Hans Schmitt umgarnt Straubinger mit Improvisationen. Als Hommage an den Bildhauer spielt er natürlich auch den zum Techno Rap gesteigerten urbayerischen Klassiker „Hans bleib da“. Manchmal schickt der avantgardistische Volksmusiker, der sich selber für einen „abgedrehten Humoristen“ hält, die Melodien in sein Loopgerät. Auch Beiträge des Publikums fängt er damit ein. Dann laufen Musik und Gesang in einer extatischen Spirale bis zur Erschöpfung heiß.

Instrumente

Die Drehleier

Die Drehleier gehört zu den Streichinstrumenten. Während bei der Geige die Tonerzeugung durch Streichen eines Bogens über die Saiten erfolgt, streicht das Rad der Drehleier (der unendliche Bogen) über die Saiten und bringt diese zum Schwingen. Das Rad wird durch eine Kurbel bewegt.
Es gibt Melodiesaiten, welche über Tasten verkürzt werden, sowie Schnarr- und Bordunsaiten, deren Tonhöhe während des Spielens immer gleich bleibt. Schnarr- und Bordunsaiten (Basssaiten) werden in der Regel in der Oktave oder Quinte zur Melodiesaite gestimmt. Die Schnarrsaiten dienen zusätzlich noch der Rhythmuserzeugung. Über einen beweglichen Steg entsteht ein schnarrendes Geräusch, welches durch Impulse auf die Kurbel, bzw. auf das Rad produziert wird.

Bordun ist nichts anderes als das ununterbrochene Mitklingen eines Tones oder eines Klanges zur Melodiestimme, das u.a. die Klangwelt von Sackpfeifen und Drehleiern bestimmt.

Die Drehleier war seit dem Mittelalter in ganz Europa verbreitet, wie auch der Dudelsack. In der Renaissance wurde die Drehleier vor allem in der höfischen Musik ungebräuchlich, da der Bordun (durchgängiger Ton) bei der damals zeitgenössischen Musik mit den Anfängen der Harmonisierung störte und nicht mehr ins Klangbild passte. Als Volksmusikinstrument war die Drehleier weiterhin ein verbreitetes, wenn nicht eines "der" Volksmusikinstrumente in Europa, genauso wie der Dudelsack.
In der Barockzeit entdeckte die höfische Gesellschaft Drehleier und Dudelsack wieder und setzte sie bei den sogenannten "Schäferspielen" ein, bei denen man bäuerliches, bzw. "einfaches Leben" nachspielte. Ein Leben nach dem sich der der Realität entrückte Adel anscheinend sehnte. Es gab in jener Zeit Drehleiervirtuosen sowie Komponisten, welche für Drehleier und Dudelsack, eigene Werke schrieben.
Im 19. Jahrhundert verschwanden die Borduninstrumente Drehleier und Dudelsack weitgehend in Europa. Sie passten nicht mehr zur damals populären Unterhaltungsmusik.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begannen einige Pioniere, wie z.B. Tibor Ehlers, die in Deutschland und Österreich längst verschwundene Drehleier und den Dudelsack zu bauen und wiederzubeleben.
Mein Instrument wurde von dem Wiener Drehleierbauer Wolfgang Weichselbaumer gebaut.

Das Bandoneon

Das Bandoneon (Bandonion) wurde von Heinrich Band konstruiert, welches er aus der Konzertina entwickelte. Die Tonerzeugung dieses Handzuginstruments erfolgt durch Metallzungen, welche durch einen im Blasebalg erzeugten Luftstrom in Schwingung versetzt werden.
Bei dem von mir gespielten Instrument handelt es sich um ein gleichtöniges (bei Druck und Zug erklingt der gleiche Ton), chromatisch gestimmtes Instrument in Oktavstimmung, d.h. bei jedem Ton erklingen zwei Stimmzungen im Oktavabstand.
Mein gleichtöniges Instrument, Griffsystem Zademack, stammt wohl aus den 20er/ 30er Jahren des 20. Jh. und ist ein Vorläufer oder Ableger des Kusserow-Bandoneons. Mein Bandoneon wurde von meinem Vorbesitzer im Raum Altötting (Oberbayern) besessen und hoffentlich auch gespielt.
Auf dem Metallgitter der Luftklappe meines Zademack-Bandoneons ist ein “AA“ eingraviert. Damit dürfte es von der Bandoneonwerkstatt Alfred Arnold hergestellt worden sein.

Unterricht in München und anderswo


Unterricht
in Neuried / München:

  • Drehleierunterricht:  Anfänger und Fortgeschrittene
  • Bandoneonunterricht

Einzelunterricht oder Unterricht in Gruppen,
je nach Anfrage und Bedarf.

Tel.: +49 89/ 21 70 56 54
Mobil: +49 179 / 74 32 530
e-mail schreiben

Kurse / Workshops: 
Stefan Straubinger gibt über das Jahr verteilt an mehreren Orten
Drehleierworkshops und Ensemblekurse.