Stefan Straubinger

Bayrischer Spaß ohne Rücksicht auf Vorurteile!

Traditionelle, experimentelle sowie stimmungsvolle und groovige Sounds verarbeitet Stefan Straubinger mit G'schichtln und Wortwitz zu einer eigenwilligen, teils exzessiven Musikperformance. Da drohen der Musikant und seine Instrumente schon mal heißzulaufen!

Inspiriert ist Straubinger von traditioneller bayrischer Musik, Funk, Jazz, Rock, Pop und Tango. Er spielt seine avantgardistische Volks-Musik auf urbayrischen Instrumenten. Der gebürtige Oberbayer reizt dabei diverse Möglichkeiten von Bandoneon, Drehleier und der eigenen Stimme aus.

Unverblümt und leidenschaftlich spielt er dem Publikum aber auch Landler und längst vergessene Tänze aus alten Handschriften auf.

PRESSESTIMMEN

Münchner Merkur am 8. August 2016

Cha-Cha-Cha und Techno, Rock’n’Roll und Gypsy Jazz – dieses Album ist der Beweis dafür, dass echte bayerische Volksmusik mit allem geht, was seit jeher Menschen zum Tanzen bringt. Die Musiker von Spuimanovas unter ihrem genialen Kopf Stefan Straubinger verschmelzen die Stile, dass es eine Art hat, eben noch hört man schräge Mundarttexte, im nächsten Moment scheinen Santana auf der Bühne zu stehen. Musik vom Allerfeinsten, die (fast) jedes denkbare Konzertpublikum früher oder später in Verzückung versetzt. rog

Münchner Merkur 07. Juni 2012 , von Janina Janka

SpuimaNovas rockt mit Dirndl und Dudelsack

Neuried – Für Puristen der bayerischen Volksmusik ist ihr Auftritt eine Herausforderung, für Freunde von Bands wie „LaBrassBanda“ oder die „Cuba Boarischen“ eine sehenswerte Neuentdeckung:
Die bayerisch-historische Band SpuimaNovas war kürzlich in Neuried zu Gast und bewies ihrem Publikum: Volksmusik rockt!
„Bavarian Dancefloor“ nennt sich die eigenwillige Mischung, die Stefan Straubinger und seine Musiker auf die Beine stellen. Mit einem Bandoneon, einer Art Ziehharmonika, Dudelsack, Djembe, Tuba und vielen anderen Instrumenten standen die vier Musiker in Neuried auf der Bühne und verwandelten altes bayerisches Liedgut in mitreißenden Ethno-Pop. Orientalische, brasilianische oder jazzige Einflüsse  - die Bandbreite der Interpretationen war weit und machte Musikern wie Publikum sichtlich Spaß. Denn zum musikalischen Aufspiel gehört auch ein ordentlicher Tanzboden. …
SpuimaNovas gibt es in der aktuellen Formation seit Anfang des Jahres, Stefan Straubinger „groovt das Boarische“ aber schon viel länger. Mit der Gruppe „Fei scho“ und vielen anderen Musikprojekten ist Straubinger seit einigen Jahren auf Bayerns Bühnen zu erleben.
Beim Konzept von SpuimaNovas ist der Name Programm, denn Vollblut-Musiker Straubinger geht es hier vor allem darum, Eigenkompositionen mit historischer Volksmusik zu verweben. „Ich freu mich jedes Mal, wenn ich in einem Archiv unbekannte Noten finde, deren Charakter ich noch nicht kenne“, erzählte Straubinger begeistert. Dann wird experimentiert und probiert, komponiert und neu interpretiert, und heraus kommt ein ganz eigener, frecher Stil, den man kaum mehr als bayerische Volksmusik erkennt.
Dem Neurieder Publikum gefiel diese frische, kreative Herangehensweise und die ungewöhnliche Verknüpfung von Dirndl und Dudelsack.
Ohrwascheln auf und Beine hoch! Das musste man den Konzertbesuchern an diesem Abend nicht zweimal sagen.

Buchheimmuseum am 4. Mai 2014, 15-17 Uhr
Stefan Straubinger mit exzessiver Musikperformance in der Hans-Schmitt-Ausstellung
Bayerisch, erdig, hantig!

Bayerischen Spaß ohne Vorurteile bietet Stefan Straubinger mitten in der Schmitt-Ausstellung im Buchheim Museum. Für Freunde von mitreißendem Ethno-Pop ist er längst ein Star. Seine exzessive Musikperformance, inspiriert von traditioneller bayrischer Musik, Funk, Jazz, Rock, Pop und Tango, ist für alle ein ganz besonderes Vergnügen. Der Oberbayer reizt die Möglichkeiten seiner Stimme und seiner Instrumente bis aufs Letzte aus. Das Bandoneon des argentinischen Tangos beherrscht er ebenso virtuos wie die Drehleier des ländlichen Mittelalters. Aber auch die Mundharmonika und die Maultrommel weben sich in die Klänge dieses staunenswerten Einmannorchesters ein. Die aus Holzresten zusammengenagelten tragikomischen Holzskulpturen von Hans Schmitt umgarnt Straubinger mit Improvisationen. Als Hommage an den Bildhauer spielt er natürlich auch den zum Techno Rap gesteigerten urbayerischen Klassiker „Hans bleib da“. Manchmal schickt der avantgardistische Volksmusiker, der sich selber für einen „abgedrehten Humoristen“ hält, die Melodien in sein Loopgerät. Auch Beiträge des Publikums fängt er damit ein. Dann laufen Musik und Gesang in einer exstatischen Spirale bis zur Erschöpfung heiß.

Interview mit Stefan Straubinger 2015: LIVE aus dem Hofbräuhaus

Die Drehleier

Technisches

Die Drehleier gehört zu den Streichinstrumenten. Während bei der Geige die Tonerzeugung durch Streichen eines Bogens über die Saiten erfolgt, streicht das Rad der Drehleier (der unendliche Bogen) über die Saiten und bringt diese zum Schwingen. Das Rad wird durch eine Kurbel bewegt.

Es gibt Melodiesaiten, welche über Tasten verkürzt werden, sowie Schnarr- und Bordunsaiten, deren Tonhöhe während des Spielens immer gleich bleibt. Schnarr- und Bordunsaiten (Basssaiten) werden in der Regel in der Oktave oder Quinte zur Melodiesaite gestimmt. Die Schnarrsaiten dienen zusätzlich noch der Rhythmuserzeugung. Über einen beweglichen Steg entsteht ein schnarrendes Geräusch, welches durch einen Impuls auf die Kurbel, bzw. auf das Rad produziert wird.

Geschichtliches

Die Drehleier war seit dem Mittelalter in ganz Europa verbreitet, wie auch der Dudelsack. In der Renaissance wurde die Drehleier vor allem in der höfischen Musik ungebräuchlich, da der Bordun (durchgängiger Ton) bei der damals zeitgenössischen Musik mit den Anfängen der Harmonisierung störte und nicht mehr ins Klangbild passte. Als Volksmusikinstrument war die Drehleier weiterhin ein verbreitetes, wenn nicht eines "der" Volksmusikinstrumente in Europa, genauso wie der Dudelsack.

In der Barockzeit entdeckte die höfische Gesellschaft die Drehleier wieder, genauso wie den Dudelsack. Die Instrumente wurden bei den sogenannten "Schäferspielen" eingesetzt, bei denen man bäuerliches, bzw. "einfaches Leben" nachspielte. Ein Leben nach dem sich der der Realität entrückte Adel anscheinend sehnte. Es gab in jener Zeit Drehleiervirtuosen sowie Komponisten, welche für Drehleier, und wiederum genauso für den Dudelsack, eigene Werke schrieben.

Im 19. Jahrhundert ging es mit der Drehleier steil bergab genauso wie mit dem Dudelsack. Sie wurden in der bäuerlichen Volksmusik immer ungebräuchlicher und durch die Salonmusik und vor allem durch die Blasmusik verdrängt. So mancher junge Mensch sagte sich wohl damals: "I lern doch ned Drehleier, I lern doch vui liaba Trombetn!" - genau so wie sich heute so mancher Junge sagt: "I lern doch ned E-Gitar, I lern doch vui liaba Hackbrett! Lediglich in Frankreich, Ungarn und einigen strukturschwachen Gebieten hat sich die Drehleier als Volksmusikinstrument bis heute erhalten genauso wie der Dudelsack.

Vielleicht so ab den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts interessierten sich einige Pioniere, wie z.B. Tibor Ehlers, wieder für die in Deutschland und Österreich längst verschwundene Drehleier und den Dudelsack. Heute gibt es wieder einige DrehleierspielerInnen sowie auch Drehleierbauer. Mein Instrument wurde von dem Wiener Drehleierbauer Wolfgang Weichselbaumer gebaut.

Bordun

Bordun ist nichts anderes als das ununterbrochene Mitklingen eines Tones oder eines Klanges zur Melodiestimme, das u.a. die Klangwelt von Sackpfeifen und Drehleiern bestimmt.

 

Das Bandoneon

Technisches

Das Bandoneon ist Mitglied der Familie der Balginstrumente. Die Tonerzeugung erfolgt durch Metallzungen, die durch einen im Blasebalg erzeugten Luftstrom in Schwingung versetzt werden. Wie die Mundharmonika und das Akkordeon hat sich im deutsch-österreichischen Raum das Bandoneon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus einer kleinen Zungenorgel (Wien 1818) entwickelt. Bei dem von mir gespielten Instrument handelt es sich um ein gleichtöniges (d.h. bei Druck und Zug erklingt der gleiche Ton), und es ist chromatisch gestimmt. Der Name ist eigentlich Definitionssache. Die einen sagen: „Na, des is koa Concertina, des is a Vorläufer vom Kussorow-Bandoneon!“ Die anderen sagen: „Na, des is koa Bandoneon, des is a gleichtönige Concertina!“ usw..Wie auch immer, die Hauptsache, sie lässt sich spielen und klingt! Und sie klingt auch recht gut mit ihrer Oktavstimmung, d.h. sie hat zwei Stimmzungen für jeden einzelnen Ton, welche im Oktavabstand gestimmt sind.

Mein gleichtöniges Instrument, Griffsystem Zademack, stammt wohl aus den 20er / 30er Jahren des 20. Jh. und ist ein Vorläufer oder Ableger des Kusserow-Bandoneons. Mein Bandoneon wurde von meinem Vorbesitzer im Raum Altötting (NO-Oberbayern) besessen und hoffentlich auch gespielt. Der Schriftzug "El Cromatico" könnte auf eine gleichnamige böhmische Instrumentenbauwerkstatt verweisen, in der mein Instrument möglicherweise hergestellt worden ist. Für Hinweise und genauere Informationen über mein Instrument bin ich sehr dankbar.