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Drehleier

Technisches

Die Drehleier gehört zu den Streichinstrumenten. Während bei der Geige die Tonerzeugung durch Streichen eines Bogens über die Saiten erfolgt, streicht das Rad der Drehleier (der unendliche Bogen) über die Saiten und bringt diese zum Schwingen. Das Rad wird durch eine Kurbel bewegt.

Es gibt Melodiesaiten, welche über Tasten verkürzt werden, sowie Schnarr- und Bordunsaiten, deren Tonhöhe während des Spielens immer gleich bleibt. Schnarr- und Bordunsaiten (Basssaiten) werden in der Regel in der Oktave oder Quinte zur Melodiesaite gestimmt. Die Schnarrsaiten dienen zusätzlich noch der Rhythmuserzeugung. Über einen beweglichen Steg entsteht ein schnarrendes Geräusch, welches durch einen Impuls auf die Kurbel, bzw. auf das Rad produziert wird.

Geschichtliches

Die Drehleier war seit dem Mittelalter in ganz Europa verbreitet, wie auch der Dudelsack. In der Renaissance wurde die Drehleier vor allem in der höfischen Musik ungebräuchlich, da der Bordun (durchgängiger Ton) bei der damals zeitgenössischen Musik mit den Anfängen der Harmonisierung störte und nicht mehr ins Klangbild passte. Als Volksmusikinstrument war die Drehleier weiterhin ein verbreitetes, wenn nicht eines "der" Volksmusikinstrumente in Europa, genauso wie der Dudelsack.

In der Barockzeit entdeckte die höfische Gesellschaft die Drehleier wieder, genauso wie den Dudelsack. Die Instrumente wurden bei den sogenannten "Schäferspielen" eingesetzt, bei denen man bäuerliches, bzw. "einfaches Leben" nachspielte. Ein Leben nach dem sich der der Realität entrückte Adel anscheinend sehnte. Es gab in jener Zeit Drehleiervirtuosen sowie Komponisten, welche für Drehleier, und wiederum genauso für den Dudelsack, eigene Werke schrieben.

Im 19. Jahrhundert ging es mit der Drehleier steil bergab genauso wie mit dem Dudelsack. Sie wurden in der bäuerlichen Volksmusik immer ungebräuchlicher und durch die Salonmusik und vor allem durch die Blasmusik verdrängt. So mancher junge Mensch sagte sich wohl damals: "I lern doch ned Drehleier, I lern doch vui liaba Trombetn!" - genau so wie sich heute so mancher Junge sagt: "I lern doch ned E-Gitar, I lern doch vui liaba Hackbrett! Lediglich in Frankreich, Ungarn und einigen strukturschwachen Gebieten hat sich die Drehleier als Volksmusikinstrument bis heute erhalten genauso wie der Dudelsack.

Vielleicht so ab den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts interessierten sich einige Pioniere, wie z.B. Tibor Ehlers, wieder für die in Deutschland und Österreich längst verschwundene Drehleier und den Dudelsack. Heute gibt es wieder einige DrehleierspielerInnen sowie auch Drehleierbauer. Mein Instrument wurde von dem Wiener Drehleierbauer Wolfgang Weichselbaumer gebaut.

Bordun

Bordun ist nichts anderes als das ununterbrochene Mitklingen eines Tones oder eines Klanges zur Melodiestimme, das u.a. die Klangwelt von Sackpfeifen und Drehleiern bestimmt.